RSS
 

Die Geschichte der Stadt Otwock. 1877-1939.

18 mar

OTWOCK verdankt seine Entstehung und dynamische Entwicklung einigen Faktoren. Das erste und wichtigste Faktor war der Bau von der Bahnlinie an der Weichsel In den Jahren 1874 — 1877, welche die damalige Grenzstadt Mlawa mit Kowel verbinden sollte. Die Bahnstrecke limf über Ciechanow, Modlin, Warszawa Praga, Deblin, Lublin, Chelm und Dorohusk. Die Weichselbahn stellte eine strategische Verbindung von drei großen Festungen des Zaren dar: Modlin, Warszawa und Deblin, die entlang der Verteidigungslinie des Flusses Weichsel gelegt waren. Ursprünglich wurde geplant, die Bahnlinie nah am Fluß zu legen, aus militären Gründen musste sie verschoben ‘‘erden. Die Entscheidung über die Entfernung der Bahnlinie von Weichsel wurde aus Angst getroffen, dass sie in dem geplanten Frontgebiet schnell zerstört werden kann. Daher hat die Weichselbahn durch die Entscheidung der Stabsoffiziere der zaristischen Armee Wälder von Otwock durchschnitten. Dank der Inbetriebsnahme der Weichselbahn konnten entylang ihrer Strecke zahlreiche Siedlungen entstehen. Dazu gehören fast alle Ortchaften an der sog. „Otwock-Linie”. Einige Jahre nach der Betätigung der Bahn entstand in Otwock das erste Bahnhofsgebäude. Es war ein einstöckiges Holzhaus mit zwei Seitenflügeln im Erdgeschoß. Es stand im hinteren Bereich der Bahnstation, am Banhsteig Richtung Lublin. Im Erdgeschoß war die Kanzlei des Bahnhofsleiters, Telegraph, Fahrkartenkasse, Gepäckspedition, Raum der 3. Klasse, Büffet und ein Damenraum, und in Seitenflügeln Regierungstelegraph wie auch die Postabteilung und Gendarmerie- und Polizei-Strassenverwaltung. Im ersten Stockwerk befand sich die Wohnung des Bahnhofsvorstehers und seines Gehilfen. Am Bahnhof, an der Seite von Swider wurde am Bahnsteig eine breite stilvolle Holzveranda für Wartende, und weiter eine Platforme, teilweise unter Dach gebaut, die als Laderampe für Güterzüge diente.

Für die weitere Entwicklung der Siedlung war die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts herrschende Mode auf Sommerhäuser sehr günstig. Für den Ideengeber dieses Prozesses halten wir Michal Elwiro Andriolli, der damals ein berühmter Zeichner und Maler war. Im Jahre 1880 kam er an den Fluß Swider, wo er auf dem von Zygmunt Kurtz gekauften grundstück mehrere Häuser gebaut hat, die im Sommer vremietet werden sollten. In „Brzegi”, wie der Künstler sein Landgut genannt hat, entstanden einige Häuser in einem sehr originellen und einmaligen Stil, der mit der Zeit zum dominirenden Stil in der Lansdschaft um Otwock und entlang der sog. „Otwock-Bahnlinie” wurde. Es haben bald andere Beispiel an Andriolli genommen. In Otwock sind in dieser Zeit viele Villen entstanden, die in Sommermonaten vor allem Einwohner von Warschau zu Gast hatten. Neben der unleugbaren Naturwerte der Gegend um Otwock, die seine Sommerpopularität geprägt haben, wurden in dieser Zeit auch besonders gute mikroklimatische Bedingungen dieser Gegend entdeckt. Sie beeinflussten in einer kurzen Zeit Entwicklunge der Siedlung. Im Jahre 1893 eröffnete Jozef Geisler, der örtliche Arzt, der sich der Möglichkeiten des örtlichen Klimas bewußt war, in Otwock das erste Sanatorium für „Brustkranke” in einem Tal, was einen ganz neuen Kapitel in der Geschichte der späten Stadt bedeutete. Seit der Eröffnung des Sanatoriums können wir schon über Anfang vom Kurort Otwock sprechen. Im Sanatorium wurden Kranke mit drei grundsätzlichen Methoden behandelt: Hydrotherapie, Diätetik und Kumys. Am Anfang wurden in dem Sanatorium langwierige Krankheiten des Nervensystems, Krankheiten der Atemwege und des Metabolismus behandelt. In den Jahren 1897 — 1898 verringerte sich die Zahl anderer Kranken und die Anstalt von Dr. Geisler wurde zum Sanatorium für Tuberkulosekranke. Klimastische Bedingungen und eine entsprechende medizinische Betreuung haben einen großen Erfolg des offenen Sanatoriums verursacht. In den nächsten Jahren war die Entwicklung der Siedlung immer schneller. Besonders günstig waren dabei die allgemeine wirtschaftliche Situation und der zunehmend gute Ruf von Otwock als der „erstklassigen Klimastation”. Ausgezeichnete Erfolge bei der Behandlung von Lungenkrankheiten, hauptsächlich von Tuberkulose, hatten eine allmähliche Umwandlung der Sommersiedlung in einen Kurort zur Folge. Es entstanden ständig immer neue Sanatorien in Otwock, wo immer häufiger Tuberkulose behandelt wurde, wie auch Pensionen, wo sich übermüdete Warschauer mit ihren Familien erholt haben.

Im Jahr 1893 entstand die erste monographische Arbeit über Otwock unter dem Titel „Villen in Otwock und dortige Aufenthaltsbedingungen”. Ihr Autor Edmund Diehl schreibt, dass die damals als Otwock Stacyjny (Bahnhofs-Otwock) oder Wille Otwockie (Otwock-Villen) bekannte Ortschaft mit ungefähr hundert Sommerhäusern auf 83 Grundstücken bebaut war. Es gab hauptsächlich Grundstücke in Größe von 1 und 2 Morgen (0,5-1 ha ). Es gab nur 13 gemauerte Häuser. Sonst gab es Holzhäuser von einer leichten konstruktion, die im Winter nicht bewohnt sein konnten. Die Häuser bestanden aus einigen Wohnungen, die zu vermieten waren. Die meisten Wohnungen bestanden aus zwei Zimmern mit zwei Fenstern, einer Veranda und einer Küche, die manchmal von der Wohnung getrennt war. In Wohnungen gab es Möbel. dagegen keine Bettbezüge und Küchengeräte. Bald wurden neben den Sommerhäusern auch Zimmer in Pensionen angeboten. Sie waren eine sehr bequeme Wohnmöglichkeit, weil man sich keine Gedanken über Küche machen musste. Zu den besten gehörte u.a.a die 1898 gegründete Pension von Jadwiga Nestorowiczowna. Dort waren u.a. Kommandant Jozef Pilsudski und Nobelpreisträger Wladyslaw Reymont zu Gast. Im Sommer kamen 2 tausend Menschen zur Erholung und Kur nach Otwock. Lokale Bauern und Krämer aus Karczew haben für Verpflegung gesorgt. Die Bahstation hat anfangs die zentrale Rolle des gesellschaftlichen Lebens gespielt. Hier war die Tagespresse und Korrespondenz erhältlich, hier war das telegraph und das einzige Bffet in der Ortschaft. Auf der bahnveranda wurde ei sog. Cassino gebaut, wo Konzerte und Spiele stattgefunden haben. Im Jahre 1892 hat der Warschauer Konditor – Feliks Pagowski, ein Mauer-Holzgebäude von Kasino gegenüber den Bahnhof an der rechten seite der Gleise gebaut. Es befanden sich dort ein Restaurant, eine Konditorei, ein Büffet und Lebensmittelgeschäft wie auch ein kleiner Theater- und Konzertsaal. Die medizinische Betreuung über die Bewohner übte Dr. Jozef Geisler, der hierher im Sommer aus Karczew kam, wie auch Warschauer Arzt Odo Bujwid, Besitzer einer Villa in der Koscielna Straße. Neben der Badeanstalt von Dr. Geisler gab es eine kleine Apotheke, Filiale der Apotheke in Karczew.

Mit dem Zustrom der Bevölkerung organisierte sich auch das religiöse Leben in Otwock. Die Pfarrei in Karczew, zu der Otwock damals gehörte, war nicht mehr imstande, Bedürfnisse der Katholischen Bevölkerung zu erfüllen. Am 14. September 1889 wurde von Besitzern der Villen bei der Bischofskurie eine Petition eingereicht, wo die Errichtung einer Kapelle erbeten wurde. 1892 wurde eine gemauerte Kapelle im neogothischen Stil errichtet, deren Bau aus gesellschaftlichen Beiträge finanziert wurde. Die Kapelle wurde von dem in Otwock ansässigen Wladyslaw Marconi entworfen. Das Grundstück hat der Großbesitzer aus Otwock und Ideengebenr für den Bau, Zygmunt Kurtz, geschenkt. Zum ersten Priester von Otwock wurde Stanislaw Zembrzuski. Im Jahre 1902 wurde die Kapelle ausgebaut und in eine Kirche verwandelt, auch nach einem projekt von Marconi. Unter ersten Einwohnern von Otwock gab es hochrangige Offiziere: Oberst und später General Aleksander Westenrick, Gen. Michal Jacymirski und unrühmliche Gen. Andriej Margrafskij, der in Otwock von Kämpfern der PPS — Bewegung im Jahre 1906 getötet wurde. Er war Stellvertreter des Oberpolizmeisters von Warschau – Skalon. Eine große Gruppe bildeten Unternehmer, Ärzte, Geschäftsmänner, Bankiere, Architekten, Literaten und Künstler. Eine bessere Wirtschaftskonjunktur der Jahrhundertswende war auch in der Entwicklung des Bauwesens in Otwock sichtbar. In den Jahren 1893 und 1906 entstanden ca. neue Villen. Die zahl der jüdischen Bevölkerung wurde immer größer. 1908 gab es unter 2.400 Einwohner – 21 % Juden. Sie beschäftigten sich mit Klienhandel und Gewerbe. Sie arbeiteten auch als Ärzte in Sanatorien und Pensionen. In dieser Zeit gab es in der Warszawska Straße ein Sanatorium für Israeliten, von Dr. Wladyslaw Przygoda, in der Slowacki Straße haben Dr. Krukowski, Dr. Wizel und Dr. Higiera ein Sanatorium „Martow” eröffnet. In den nächsten Jahren entstanden weitere: „Brijus”, „Zofjowka”, „Marge”.

Wegen des wachsenden Verkehrsbedarfs der Ortschaften, die sich in der am rechten Weichselufer Nähe von Warschau entwickelten, wurde im Jahre 1914 die Schmalspurbahnstrecke aus Jablonna über Warschau, Wawer, Falenica, Swider, Otwock nach Karczew eröffnet. Das gemauerte Bahnhofsgebäude der Kleinbahn in der Wawerska Straße gibt es bis heute. Neben der Bahn- und Schmalspurbahnlinie gab es in Otwock Pferdebahnen, mit denen Ziegeln aus dem unweiten Ziegelwerk in Teklin und Torf aus Torfgruben in Anielin geliefert wurden. 1910 entstand in der Linie der Weichselbahn, auf der Station Otwock ein neuer prächtiger Bahnhof. sein Architekt war Ing. Jan Fijalkowski. Das Mauergebäude, im modernistischen Stil, stand in der Mitte des bis jetzt nicht genützten Bahnhofsgebietes, die Hausfront ging auf Süden aus. Zugang und Zufahrt zum neuen Bahnhof wurden kompliziert. Fußgänger mussten über die Gleise gehen, und die Zufahrt gab es von der Seite des bisherigen Bahnübergang in der heutigen Straße Powstancow Warszawy, die damals Koleiowa (Bahnstrasse) genannt wurde. Mit Bauarbeiten an einer Verbindung beider Teile von Otwock wurde noch vor dem Ausbruch des 1. Weltkrieges begonnen, aber erst im unabhängigen Polen zu Ende geführt. Das alte Holzgebäude, wo früher Wohnungen von Bahnbematen waren, wurden renoviert und nach Adaptationsarbeiten als Wohngebäude an Bahnarbeiter überreicht.

Ein wichtiges Ereignis war im Jahre 1911 die Entstehung der Gesellschaft der Freunde von Otwock. Die mehrjährigen Bemühungen der Gesellschaft, den städtischen Status für Otwock zu erlangen, wurden erfolgreich. Am 9. November 1916 hat Otwock kraft der Verordnung des Chefs der deutschen Verwaltung Stadtrechte erhalten. Gebiete, die von jetzt an die Stadt bilden sollten, wurden aus folgenden Gemeinden ausgeschlossen: Glinianka, Wiazowna und Karczew. Das Gebiet der neugegründeten Stadt betrug cirka 960 Morgen: Unland – 320 Morgen, bebauter Boden, Innenhöfe, Gärtne und Obstbäume -230 Morgen, Wälder – 410 Morgen. Die damaligen Okkupationsbehörden haben in Städten Selbstverwaltungen, d.h. Stadträte gegründet. Erste Wahlen zum Stadtrat in Otwock fanden am 27. Juli 1916 statt. Damals hatten 721 Einwohner Stimmrechte. Den Wahlen hat der Leiter des Landkreises Otwock – Miller, vorgestanden. Es wurden 10 Stadträte gewählt: H. Cybulski, Wl. Dworakowski, E. Kasperowicz, G. Manski, A. Michalowski, B. Migdalski, Cz. Ratman, J. Pinaj, M. Kiener, J.Wasilkowski. Zum Bürgermeister wurde Witold Kasperowicz gewählt. Eine der ersten Initiativen der neuen Gewalt war Veranstaltung von Festen zum Gedenken von Kosciuszko, im rahmen deren ein Grundstein unter den Bau von Kosciuszko —denkmal eingemauert wurde.

Schon seit dem Jahre 1915 gab es die erste städtische Bibliothek und einen Lesesaal. Otwock hatte auch ein Kasino, ein Kinotheater „Oaza”, dessen Besitzer Nusweld war, und zwei private Kinos: „Polonia” in der Orla Straße (von Aleksander Lopacki) und „Miramare” in der Warszawska Straße (von Mojzesz Lopata). In der Stadt waren einige Kulturvereinigungen tätig, u.a. Verein „Spojnia”, der einen Raum im Haus von Oszer Perechodnik an der Ecke der Straßen Kosciuszki und Koscielna gemietet hat. In dem Verein war lokale Intelligentz versammelt. Darüberhinaus waren auch tätig: „Kreis der Polinnen”, „Bildungsverein für Erwachsene ” und „Vereinigung der Freunde von Srodborow”. Im jüdischen Milieu waren aktiv: Jüdischer Kultur- und Bildungsverein „Torbut”, Jüdischer Kultur- und Bildungsverein „Jabne” und Jüdischer Kulturverein. Das kulturelle Leben vom alten Otwock konzentrierte sich ursprünglich am Bahnhof, dann in der „Cassino” — Villa und im Haus von 0. Perechodnik, und seit dem Jahre 1933 in dem neugebauten Gebäude des Kasinos in Otwock. 1926 wurde in Otwock das Liebhabertheater gegründet, das bis heute tätig ist. Es ist also das erste Liebhabertheater in Polen. Seine ersten Schauspieler waren Schüler des lokalen Gymnasiums. Im Jahre 1933 erhielt die Theatervereinigung in Otwock ihre eigene Bühne im prachtvollen Gebäude des Kasinos, das bis zum Kriegsausbruch ihr Sitz war. Schauspieler haben mit ihren Auftritten Geld für den Bau von einer Feuerwehrstation, Schießstand und für den Ausbau der Pfarreikirche verdient. Eines der Kennzeichen von Otwock waren Gärten. Zu den schönsten davon gehörten: der Garten auf dem Gebiet vom Gurewicz Kurort, der Garten an der Ecke der Straßen Koscielna und Kosciuszki. Eine richtige Bewunderung gehörte dem Stadtpark. Das Gebiet von 18 Morgen kaufte die Stadt im Jahre 1924 vom Grafen Jezierski. Bald wurde bei, Magistrat ein Angebot des bekanntwn Warschauer Plangärtners Waclaw Tanski eingereicht, einen Plan des Parks zu erstellen. Leider ist die usrprünglich von Tanski entworfene Struktur des Parks unbekannt. Auf dem Gebiet sind Tennisspielplätze und eine Konzertbühne entstanden. Zehn Jahre später, 1933, wurde ein Umbau des Parks notwendig, damit er mit dem neugebauten Gebäude des Kurhauses und des Kasinos harmonisch aussieht. Autor der Korrekturen war Leister von ujazdowski Park in Warschau, Stanislaw Zycienski-Zadora. Nach seinem Entwurf entstand im Mittelpunkt des Parks ein großes, rechteckiges Schwimmbad, umgeben von Blumenbeeten. Dieser Teil war mit einer engen Wand von Thujas geschlossen, die einene Hintergrund für das Pilsudski — Denkmal darstellten. Au dem ganzen Parkgebiet wurde der Waldbestand geordnet und bereichert.

In den Zwischenkriegsjahren konzentrierte sich der Städtische Rat besonders auf Investitionen. Darlehen für ihre Durchführung erhielt man gewöhnlich ohne Probleme. Trotz der hohen Inflation und wirtschaftlichen Krisen war die Arbeit der selbsverwaltenden städtischen Behörden gut sichtbar, obwohl nicht alle Investitionen durchdacht und notwendig waren. Mit der Zurückzahlung der städtischen Darlehen, insbesondere im Zeitraum der „Großen Krise”, hatten dann die Behörden eine besonders schwierige Aufgabe. In den Sitzungen wurden hauptsächlich Fragen der Darlehen für Deckung von „beschwerlichen Verpflichtungen und Budgetmängeln” besprochen. Im Jahre 1936 wurde ein Teil der durch die Stadt aufgenommenen Darlehen getilgt, trotzdem wurden 36% des Haushaltes für Schuldenrückzahlung bestimmt. Ende 30er Jahre wurde die Lage ein bißchen besser. Haushaltsmängel aus vorigen Jahren in Höhe von 157 tausend Zloty wurden gedeckt und es wurde ein Überschuß in Höhe von 44 tausend Zloty festgestellt. Daher erfolgte eine Erhöhung der Ausgaben fürinvestitionen. Der Kriegsausbruch machte die Arbeit des im Mai 1939 gewählten Stadtrates unmöglich, der Rat hat sich kein einziges Mal zu einer Sitzung versammelt. Bis zum Kriegsaubruch wurde Otwock immer größer, Siedlungen Srodborow und Soplicow wurden u.a. darin eingeschlossen. Seit dem Jahr 1916, als städtische Rechte erlangt wurden, bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges hat sich die Zahl der Einwohner von Otwock fast verdoppelt, von 8.000 auf fast 20.000. In derselben Zeit wurde die Zahl der Kurgäste und Sommergäste immer größer, im Sommer 1939 waren es 40.000. Otwock wurde zu einem der am liebsten besuchten polnischen Kurorte. Die begründete Position von Otwock unter den Kurorten verursachte, dass in seinen Grenzen einige riesige Sanatorien und hunderte von Provatpensionen entstanden sind.

Die Entwicklung von Otwock als Kurort und Sommerzentrum wurde mit dem Ausbruch des Krieges am 1. september 1939 brutal unterbrochen. Einen Monat später, am 4. Oktober 1939 wurde der Klimatische Ausschuß gelöst, und die Ausführungsabteilung der Stadtverwaltung untergeordnet, unter dem Namen Klimatik des Kurortes Otwock.

 

Holz-Architektur „Świdermajer“

Michal Elwiro Andriolli kaufte 1880 voll Zygmunt Kurtz ein Teil des Vorwerks Anielin auf dem Landgut Otwock Wielki. Es war das unberührte, bewaldete Gebiet am Fluß Swider, wo er sein Landgut gegründete und Brzegi nannte. Neben dein Meierhof für sich baute Andriolli 15 häuser für Sommergäste aus Warschau. Andriolli hat seblst die Wandkosntruktion erarbeitet. Im Jahre 1885 transportierte Andriolli aus Warschau vier Pavillons, die nach der Agrar- und Industriemesse geblieben waren. Daraus baute er ein Holzhaus in Tiroler Stil unter dein e, Namen „Richter”. Damals war in Europa schweizerische Holzarchitektur in Mode. In schweizerischen Mustern gab es jedoch keine Veranden, die für Otwock charakteristisch sind. Bauten von Otwock waren auch unter einem deutlichen Einfluß von russischen Verzierungskunst, sog. Laubzeg-Stil (Andriolli hat in Rußland studiert und war Verbannte nach 1863). Nach Andriollis Tod haben lokale Zimmerere und Tischler die Ideen des Besitzers von Brzegi nachgemacht. Neue Häuser harmonisierten ausgezeichnet mit den schon bestehenden und der Natur. Die Mode und der Stil hatten messbare Ergebnisse gebracht. Die Gebiete entlang der Weichselbahn wurden für investoren, Sommergäste, und bald auch für Kurgäste sehr attraktiv. Schon Ende 80er Jahre des 19. Jh. gab es am Swider ca. 50 Villen. In 30er Jahren des 20. Jh. wurde für den Baustil, der an Bauten von Andriolli (nicht immer gelungen) angeknüpft hat, der Name „Swidermajer” eingeführt. Die Häuser hatten eine reiche architektonische Form und waren schön verziert. In diesem Stil wurden Sommerhäuser, Pensionen, Wohnhäuser, Sanatorien, Schulen, Krankenhäuser u.a. gebaut. Der Hauptstoff war Kieferholz. Die Holzarchitektur von Otwock und seiner Gegend ist etwas Besonderes auf dem Gebiet Polens. Sie wurde entwickelt in einer kurzen Zeit und auf einem bestimmten Gebiet: entlang der Weichsel-Bahnlinie von Miedzylesie bis Celestynow. Es sind sehr viele Häuser in dein Swider-Stil gehalten geblieben. Um so mehr sind „Swidermajer” in Otwock sehenswert, die von der ehemaligen Glanzzeit zeugen und ein einzigartiges Klima vermitteln.

Edited by
Sebastian Rakowski

 
Brak komentarzy

Napisane przez w kategorii Bez kategorii

 

Dodaj komentarz